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[ 28.02.2009 ]
WM-Qualifikation Rhönrad in Strausberg
Strausberger Dreigestirn beweist Weltklasse

Ein begeisterndes Turnspektakel bereiteten den zahlreichen Zuschauern am Samstag die Aktiven der deutschen Rhönrad-Elite. Zumeist auf vier Rädern angerollt von Bayern bis zur Nordseeküste, stellten sie nun eindrucksvoll unter Beweis, was man derzeit in, an und mitunter auch auf einem Rad turnen kann. Und das ist beachtlich! Rolle, Flitsche und Rückencrash, Salto, Freiflug, Pendelbrücke und Hängematte erlebten die Zuschauer teilweise in höchster Präzision. Keine leichte Aufgabe für die jeweils sechs Bundeskampfrichter an den beiden Wettkampfbahnen, denn das Starterfeld zeichnete sich durch eine enorm hohe Leistungsdichte aus. Den Wettkampf ausgerichtet hatte einmal mehr der Strausberger KSC mit Unterstützung durch die Sponsoren vom Wasserverband Strausberg-Erkner, der Sparkasse MOL und der HOBA Baustoffe.

Am Vormittag eröffneten die weibliche und männliche Jugend (L 9) mit Ihrem Ausscheid den Wettkampftag. Hier holte sich Mareike Jochem vom SG Essen-Heisingen 1887 e.V. den Sieg. Vor allem durch ihren mit 7,70 Punkten hochdotierten Kür-Sprung konnte sie knapp ihre Konkurrentinnen Theresa Münker und Nicole Möllers vom TSV Bayer 04 Leverkusen distanzieren.

Große Spannung auch in der männlichen Konkurrenz, trat hier doch schließlich der Petershagener Lion Jüdes im Kampf um das begehrte WM-Ticket an. Mit einem gut gestandenen Vorwärts-gebückt-Salto sprang er sich bereits in der ersten Disziplin auf Platz Vier der 10-köpfigen Konkurrenz, behielt auch die Nerven bei der Gerade Kür, die er mit 7,70 Punkten als Fünfbester des Starterfeldes sauber auf das Parkett rollte. Nur bei der letzten Probe – dem Spiraleturnen – da flatterten wohl doch noch die Nerven – und die des mitfiebernden Publikums nicht minder! Dennoch, trotz zweier Stürze, sein großes Ziel, den als Qualifikationskriterium notwendigen sechsten Platz zu erreichen, hatte er erreicht.

Am Nachmittag wurde dann die Konkurrenz der Erwachsenen (L 10) durch die Kür im Sprung eröffnet. Das ist die Paradedisziplin für Robert Maaser. Durch einen furiosen Salto vorwärts-gebückt mit anderthalb Drehungen setzte er sich gleich zu Beginn des Wettbewerbs in Führung. Dem später Zweitplatzierten, Simon Knapp vom SV Rugenbergen, nahm er bereits hier einen wertvollen halben Punkt ab. Noch eindrucksvoller dann seine Gerade-Kür mit Musik, bei der man sich des Eindrucks nicht erwehren konnte, Rad, Turner und Musik – sie seien miteinander verschmolzen. Selbiges sah man nur noch von Constantin Malchin (TSV Bayer 04 Leverkusen), der allerdings im Sprung mehr als einen Punkt auf Robert verlor und sich so am Ende mit dem dritten Platz begnügen musste. So ging dann an diesem Abend ein weiterer Traum für Robert Maaser in Erfüllung: auch hier, in der Erwachsenenklasse, war er diesmal nicht zu schlagen.

Die Konkurrenz der Frauen begann gleich mit der schwierigsten Disziplin, dem Sprung, der zum ersten Mal Bestandteil des Pflichtkanons bei der Frauen-WM ist. Schon hier hatte Jenny Hoffmann vom KSC die Nase mit vorn, zweitbester Sprung, 7,90 Punkte! Eine sichere Spirale mit 8,60 Punkten, nicht zuletzt aber ihre große Stärke bei der Gerade-Kür mit Musik bescherten Jenny Hoffmann einen phantastischen zweiten Rang. Besser konnte es nicht werden.

Die Zuschauer, unter ihnen auch Strausbergs Bürgermeister Thierfeld, waren begeistert und zollten langanhaltenden Beifall. Den gab es dann auch für die vielen Helfer der Organisation, allen voran der rührige Hausmeister des Oberstufenzentrums, Herr Mertens, der überall helfend mit zugepackt hatte und eigens die aus Rhönrädern hergestellten Siegerpodeste in seiner Freizeit gefertigt hatte.

Mit besten Voraussetzungen für die WM-Teilnahme ausgestattet, fährt nun also in drei Wochen das Strausberger Dreigestirn des KSC nach Essen. Wir drücken die Daumen!

Hartmut Heuschkel
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